Wieder eine Politik für Otto Normalbürger
28. November 2024 – Unsere einheimische Bevölkerung braucht vor allem Wohnraum, tiefere Krankenkassenprämien oder eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Im März 2024 wurden die beiden Umfahrungstunnels in Zug und Unterägeri vom Zuger Stimmvolk abgelehnt. Mich hat dieses Abstimmungsresultat sehr bewegt, da mein Bauchgefühl komplett versagte und mich zum Nachdenken anregte. Deshalb suchte ich im Anschluss an die Abstimmung das Gespräch mit verschiedensten Personen- und Altersgruppen. Nach all diesen Gesprächen zeigte sich durchs Band ein ähnliches Bild, was mich noch mehr zum Nachdenken bewegte. Es war eine gewisse Gleichgültigkeit und fehlende Solidarität zu spüren. Warum sollen wir diverse Millionen für eine Umfahrung ins Ägerital pumpen, wenn sonst genügend andere Probleme vorhanden sind? Oder wenn ich nicht davon profitiere, warum sollen es andere tun? Kurz gesagt, bei vielen Personen war eine Unzufriedenheit auszumachen, die aber mit den Umfahrungen nicht direkt im Zusammenhang standen. Oder anders ausgedrückt, Otto Normalbürger hat das Gefühl, dass das viele Geld im Kanton Zug nicht bei ihm ankommt und er mehr und mehr verdrängt wird.
Der Kanton Zug ist geprägt durch seine Vereinskultur, Traditionen und Bräuche sowie die Nähe zueinander. Auch ist unsere Gastfreundschaft zur zugezogenen ausländischen Wohnbevölkerung hoch. Doch die hohe Zuwanderung durch Expats gefährdet langsam unser gesellschaftliches Zusammenleben, wie wir es kennen. Wir haben im Kanton Zug einen Ausländeranteil von 31 %, davon sind, Stand Juni 2024, 1.2 % Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingswesen (1655 Personen), 0.6 % aus der Ukraine (820 Personen) und die restlichen Personen grösstenteils zugezogene Expats. Nicht nur unsere einheimische Bevölkerung, sondern auch das produzierende Gewerbe werden durch die stetig steigenden Boden- und Mietpreise verdrängt. Die englische Sprache wird gefühlt zunehmend zur Hauptsprache in unserem Kanton.
Aussagen wie: «Wir bringen das Geld nicht zum Tempel raus», nützt Otto Normalbürger nichts. Unsere einheimische Bevölkerung braucht vor allem Wohnraum, tiefere Krankenkassenprämien oder eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wir müssen unsere Politik in erster Linie wieder an der einheimischen und mittelständischen Zuger Bevölkerung ausrichten. Sie bildet das Rückgrat unserer Gesellschaft. Wir müssen unseren Kanton nicht auf Biegen und Brechen ständig noch attraktiver für Expats gestalten.
Fabio Iten, Kantonsrat Unterägeri und Fraktionschef Die Mitte Kanton Zug
